Historie

von Stefan Adloff

Es gibt  – wenn ich richtig zähle – noch zwei „Ureinwohner Rumpenheims“ in unserem Verein. Nicht, dass diese zwei aus jenen Tagen erzählen könnten, als Rumpenheim, bedingt durch alte Flussarme,  noch eine Insel war. Wohl aber können sie vom heimlichen Einsteigen in das Mausoleum berichten.
Es war damals eine Mutprobe in das Mausoleum einzusteigen und durch ein kleines Fenster in die steinernen Särgen auf die Verstorbenen zu blicken.
Samt ihren Behausungen zogen die Herrschaften der Landgräflichen Familie im Februar 1964 aus  und wir als RUK, Rumpenheim Kultur, im Januar 1999 ein. Was uns heute selbstverständlich erscheint: der frei zugängliche Schlosspark, wurde erst 1967 Wirklichkeit.
1999 zogen wir als „Wohngemeinschaft“ mit der evangelischen  Schlossgemeinde und der Bürgerinitiative Rumpenheim (BIR) ein.
Schnell wurden wir zu den einzigen Mietern – und hätten wir damals von der vielen anstehenden Arbeit gewusst – wer weiß? Damit solche Fragen aber erst gar nicht aufkamen, erhielten wir bereits 2002 den Kulturpreis der Stadt Offenbach.

Mit dem Kulturpreis und weiteren Preisen war es endgültig vorbei mit der Beschaulichkeit des RUK-Vorläufers Kultrump, mit dem wir Ausflüge zu Kunstobjekten im öffentlichen Raum organisiert hatten.

Von nun an stand die Organisation der Veranstaltungen im Mausoleum im Mittelpunkt und bescherte uns schöne Abende mit den auftretenden Künstlern, mit großen gemeinschaftlichen Frühstücken und Diskussionen um das legendäre Kult-Klo. Denn direkt neben dem historischen Eingang auf der Park zugewandten Seite befand sich ursprünglich ein kleines, vom übrigen Raum abgetrenntes Klo mit einem Doppelsteg-Plexiglasdach. Ging das Licht während der Veranstaltungen an, begann ein akustisches Wechselspiel mit den Akteuren auf der Bühne.

Beim Bau des heutigen Haupteingangs gegenüber der Schlosskirche  wurde auch das legendäre Klo abgerissen und die kleine Bildhauerfraktion der RUK schuf ein neues Kult-Objekt:  den „schönsten Klowagen“ der uns bekannten Welt.

Aus heutiger Sicht liest sich alles wie eine reine  Erfolgsgeschichte. Aber wir wollen auch nichts beschönigen: Einmal erschien ein Programmheft mit nur wenigen Programmpunkten und mit fast leeren Seiten. „Hier könnte eine Veranstaltung stehen, wenn es aktive Mitglieder gäbe!“, hieß es darin.
Es blieb – zum Glück – das einzige Programmheft dieser Art. Es bleibt aber auch dabei: Aktive Mitglieder sind jederzeit willkommen!

Lesen Sie hier nach, wer alles schon mal dagewesen ist.